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Viele Patienten erzählen mir, dass sie schon einmal eine Darmsanierung gemacht haben. Damit meinen sie, dass sie sich eine Packung mit Darmbakterien (Probiotikum) in der Apotheke geholt haben. Zum Beispiel nach der Einnahme eines Antibiotikums. Und dann sei der Darm wieder in Ordnung.

Leider ist das in den meisten Fällen nicht der Fall.

Was ist also eine Darmsanierung? Wofür braucht man einen sanierten Darm?

In unserem Darm wohnen Millionen von Mikroorganismen. Mehr als wir Körperzellen haben. Wir geben ihnen einen geschützten Lebensraum. Dafür versorgen sie uns zum Beispiel mit einigen Vitaminen und einer ganzen Reihe weiterer Vitalstoffe.

Unser Immunsystem hängt von der Funktion des Darmmikrobioms ab!

Aufbau der Darmflora

Unsere Darmflora baut sich von der Geburt an in den ersten Lebensjahren auf. Das Baby übernimmt die Flora der Mutter. Es wäre also sinnvoll, schon bei Frauen mit Kinderwunsch auf den Darm zu achten!

Liegen keine Allergien vor, erhält das Kind kein Antibiotikum, wird gestillt und gesund ernährt, ist die Darmflora mit etwa 4 Jahren einigermaßen stabil. Sie läßt sich dann nicht mehr so leicht aus dem Gleichgewicht bringen. Gelegentlich findet man einen solchen Traum-Darm noch bei sehr alten Menschen. Alle anderen können von einer Darmsanierung profitieren, egal in welchem Alter.

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Quelle: Manfred A. Ullrich: Chronische Krankheiten durch Colon-Hydro-Therapie erfolgreich behandeln

Vorgehen bei der Darmsanierung

Wie läuft das denn jetzt mit der Darmsanierung?

1. Allergien

Reagiert das Verdauungssystem in irgendeiner Weise allergisch auf bestimmte Lebensmittel, sollten diese mindestens einige Monate lang weg gelassen werden. In dieser Zeit können die Allergien dann behandelt werden.

2. Reinigung des Darms

In meiner Praxis arbeite ich meistens mit der Colon-Hydro-Therapie. Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten der Darmreinigung. Das ist erst die Voraussetzung dafür, dass sich gute Darmbakterien in Ihrem Darm wieder wohl fühlen können.

3. Naturheilkundliche Mittel

Es gibt eine Reihe von Mitteln, die die Darmschleimhaut bei der Regeneration unterstützen können. Damit Ihre neue gesunde Darmflora eine Überlebenschance hat.

4. Ernährung

Wir können die gründlichste Reinigung vornehmen und die teuersten Darmbakterien einnehmen. Wenn wir diese nicht ordentlich füttern, werden sie wieder aussterben. Dann stellt sich über kurz oder lang der alte Zustand wieder ein. Und die ganze Arbeit war umsonst.

Tipp: Unsere Darmbakterien lieben Gemüse!

Futtern wir isolierte Kohlenhydrate im Übermaß, fühlen sich eigentlich unerwünschte Darmkeime und Pilze wieder wohl. Und vermehren sich wieder kräftig.

5. Probiotika

Jetzt, ganz am Ende unserer Darmsanierung, ist es manchmal sinnvoll, noch Darmbakterien zu sich zu nehmen. Um dem Aufbau der neuen Flora noch ein bißchen auf die Sprünge zu helfen.

Und je besser es Ihrem Lebensraum Darm mit allen seinen Bewohnern geht, desto besser geht es Ihnen!

Der durchlässige Darm, das sogenannte Leaky-Gut-Syndrom, spielt bei der Darmsanierung eine große Rolle. Informieren Sie sich im Video von Gesund & Aktiv, was man darunter versteht: