Büchen 9, 57482 Wenden 02762/ 400828

Als Geburtsjahr der Homöopathie gilt das Jahr 1796, als der deutsche Arzt und Wissenschaftler Samuel Hahnemann seine Forschungen der letzten Jahre veröffentlichte. Bei der Übersetzung eines Werkes stieß er auf Unklarheiten bezüglich der Wirkungsweise der Chinarinde bei Malaria. Daraufhin unternahm er Selbstversuche, indem er Chinarindenpulver einnahm und wechselfieberähnliche Symptome bekam. Die Krankheitssymptome waren ähnlch denen der Malaria und das schien der Grund für die Wirkungsweise des Mittels als Medikament zu sein. Das Wort Homöopathie kommt aus dem griechischen, homoios pathos, und bedeutet “ähnliches Leiden”. Hahnemann prüfte weitere Substanzen und formulierte dann das Ähnlichkeitsgesetz: Similia similibus curentur – Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt. Das Ähnlichkeitsgesetz ist ein wichtiges allgemeingültiges Naturgesetz und wurde nun erstmals in der neuen Heilkunst Homöopathie wissenschaftlich eingesetzt.

Hahnemann erkannte, dass Krankheitssymptome eine Verstimmung der Lebenskraft bedeuten, eine unsichtbare Kraft im Innern des Organismus ist aus der Ordnung geraten. Heilung muß also bei der Wiederherstellung der Lebenskraft anfangen. Ein Problem bestand noch in der Giftigkeit vieler Arzneimittel. Bei einfacher Verdünnung war irgendwann die Wirkung zu gering. Später entdeckte Hahnemann, dass die Mittel durch Verdünnen und Verschütteln viel besser wirkten und ihre verborgenen Arzneikräfte zum Vorschein kamen. Dieses Verfahren nannte er Dynamisieren oder Potenzieren. Dies ist der Grund, warum in Hochpotenzen kein einziges Molekül der Ausgangssubstanz mehr vor handen ist und die Mittel trotzdem (deswegen!) wirken. Die Information der Ausgangssubstanz ist durch das Potenzieren verstärkt worden.

Die Symptome, die die einzelnen Substanzen erzeugen, werden an freiwilligen gesunden Menschen geprüft, gesammelt und aufgeschrieben. Bei diesen sog. Arzneimittelprüfungen entstehen die jeweiligen Arzneimittelbilder. Homöopathische Mittel sind keine pflanzlichen Mittel (wird von Patienten oft verwechselt!), sondern sie werden aus sämtlichen Naturreichen wie Pflanzen, Tiere, Mineralien, Giftstoffen, körpereigenen Sekreten und Krankheitsstoffen, Chemikalien oder auch modernen Medikamenten hergestellt. Bei all den “ekligen” Mitteln bedenke man bitte, dass bei Hochpotenzen kein Ausgangsstoff mehr drin ist und für die Herstellung nur minimale Mengen an Ausgangssubstanz gebraucht werden. Die Homöopathie ist also eine sehr ressourcenschonende Medizin, die zudem noch ohne Tierversuche auskommt.

Heute gibt es C-, D- und LM-(Q-) Potenzen. Bei Centesimalpotenzen (C) werden Arznei und Trägerstoff im Verhältnis 1:100 potenziert, d.h. 1 Teil Arznei und 99 Teile Trägersubstanz werden vermischt und anschließend 10 mal kräftig geschüttelt oder verrieben. Das ergibt die C1. 1 Teil C1 und zum Beispiel 99 Teile Alkohol werden vermischt und 10 mal geschüttelt . So erhält man die C2. Auf diese Art wird weiter potenziert, bis die gewünschten Potenzen erreicht sind.

Bei Dezimalpotenzen beträgt das Verhältnis Arznei zu Trägerstoff 1:10, d.h. 1 Teil Arznei und 9 Teile Trägerstoff werden vermischt und 10 mal kräftig geschüttelt. Bei festen, nicht lösbaren Ausgangsstoffen wird mit Milchzucker verrieben. Angeboten werden die Mittel als alkoholische Lösung, aufgebracht auf Zuckerkügelchen oder als Milchzuckertabletten. Eine gesunde Ernährung wird mit den geringen gebrauchten Mengen nicht unterlaufen!

Bei den LM-Potenzen beträgt das Verhältnis von Arznei zu Trägerstoff 1:50000. Die Abkürzung LM für die römische Ziffer für 50000 ist eigentlich falsch (richtig: Q), wird aber traditionell weiter verwendet.

Homöpathische Mittel sollten mit Achtung angewendet werden, und nicht, weil ja nichts drin ist, beliebig ausprobiert und kombiniert werden. Je nachdem, was erreicht werden soll, können C-Potenzen zum Beispiel monatelang wirken oder auch täglich gegeben werden oder auch nach verschiedenen Verfahren aufgelöst werden. Bei akuten Krankheiten können die Mittel durchaus selbst ausgesucht und eingenommen werden, in chronischen Fällen ist es sinnvoll, einen Therapeuten um Hilfe zu bitten, der das Mittel und die Art und Dauer der Einnahme bestimmt. Trotzdem meine Bitte bei Patienten in chronischer und miasmatischer Behandlung: rufen Sie mal eben kurz an, wenn zum Beispiel eine Erkältung auftritt und Sie ein Mittel aus der Hausapotheke nehmen wollen!

Wie schon angeklungen, können homöopathische Mittel sowohl im Akutfall als auch bei chronischen Krankheiten mit Erfolg eingesetzt werden. Man kann sie sogar zur Prophylaxe einsetzen und den Beginn und das Ende des Lebens erleichtern.

Heute gibt es an die 4000 Mittel in der Homöopathie und viele verschiedene Methoden, das richtige Mittel, das dem Patienten mehr Lebenskraft und Gesundheit bringt, zu bestimmen. Dabei gibt es nicht nur ein einziges Mittel, das dem Patienten hilft, sondern immer eine ganze Gruppe von heilsamen Mitteln. Ich schaue mir den Patienten an und entscheide dann, ob er ein sogenanntes Konstitutionsmittel bekommt, ob ich eher seine Seele behandle, miasmatisch arbeite, die Lösung von Konflikten unterstütze oder ob eine gezielte Behandlung einzelner Organe ausreicht. Eventuell werden auch mehrere homöopathische Vorgehensweisen kombiniert, bei Bedarf ergänzt durch meine anderen Heilverfahren.

Im folgenden möchte ich die miasmatische Behandlung in der Aufarbeitung von Rosina Sonnenschmidt näher vorstellen: Miasmatische Homöopathie

Menü schließen