Naturheilpraxis

Barbara Henkel, Heilpraktikerin

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Ernährung

 

Allgemeine Gedanken zur Ernährung

Unsere moderne Ernährungsweise ist alles andere als geeignet, uns gesund und leistungsfähig bis ins hohe Alter zu erhalten. Uns stehen heute sämtliche Lebens- und Nahrungsmittel, die die ganze Welt zu bieten hat, in nahezu unbegrenzter Fülle zur Verfügung. Und trotzdem ist gesunde Ernährung so schwer! Auch die Experten sind sich nicht einig und häufig in ihrer Meinung nicht unabhängig. Und viele  Menschen haben schon die Erfahrung gemacht,dass sie angeblich gesunde Nahrung nicht vertragen können. Was also tun?

Ganz wesentlich ist ein gesundes Verdauungssystem, das heißt vom Mund mit Zähnen und Zunge über Speiseröhre, Magen, Dünn- und Dickdarm sollten alle Schleimhäute und alle mithelfenden Drüsen wie Leber und Bauchspeicheldrüse so intakt wie möglich sein, um all die gesunden Sachen zu verdauen und dem Körper zur Verfügung stellen zu können.

Bei sämtlichen chronischen Krankheiten gibt es irgendwo im Verdauungssystem Probleme, an denen wir möglichst schon zu Beginn der Therapie anfangen zu arbeiten. Dazu brauche ich manchmal mein ganzes Repertoire an Heilmaßnahmen wie Homöopathie, Akupunktur, Moxa, Phytotherapie, Hildegardmedizin, Einläufe, Colon-Hydrotherapie, Sanum-Therapie, Familienstellen, Fasten und natürlich eine Ernährung, die dem Verdauungsvermögen des Patienten entspricht. Hier ist konsequente Mitarbeit des Patienten angesagt!

Eine ganz wesentliche Frage sollte sich jeder stellen: Tut mir das gut?

Hilfreich ist  eine Liste mit zwei Spalten: Das tut mir gut - das tut mir nicht gut. Darin wird eine Zeitlang alles eingetragen, was man so im Laufe des Tages zu sich nimmt.

Übrigens läßt sich so eine Liste auch auf Arbeit, Beziehungen (Partner, Familie, Freunde. Kollegen, Vorgesetzte...), Freizeitgestaltung usw. erweitern!

Fühle ich mich nach der Mahlzeit wohl, ausgeglichen, leistungsfähig? Ist mir nicht zu warm und nicht zu kalt? Oder liegt mir das Essen schwer im Magen, führt zu Spannungsgefühlen, Blähungen, Bauchschmerzen und Müdigkeit? Dabei werde ich auch die Erfahrung machen, dass die Bekömmlichkeit von der Jahres- und Tageszeit abhängt. Erdbeeren bei Eis und Schnee oder Weihnachtsplätzchen und Glühwein bei 30°C  am Strand paßt für die meisten Menschen nicht. Ebenso finde ich vielleicht heraus, dass manche Lebensmittelkombinationen nicht so gut zusammen passen, Brot mit Käse oder Pizza oder auch Vollkornbrot zusammen mit Süßigkeiten oder Kaffee brauchen ein sehr gesundes Verdauungssystem.

Läßt sich ein Patient auf seine persönliche Ernährungsumstellung ein, kann das die Heilung sehr unterstützen. Übrigens: je gesünder ein Patient wird, desto leichter fällt gesunde Ernährung!

Das wichtigste beim Essen: Gut kauen! Und nicht zwischen Tür und Angel mal eben etwas herunterschlingen!

Unser Essen sollte so natürlich und so wenig bearbeitet wie möglich sein und am besten keine künstlichen Zusatzstoffe enthalten.

Rohkost kann am Stück oder als Salat gegessen werden,aber auch durchaus sehr stark zerkleinert sein ( Mixer, frische Säfte), Gemüse schonend gegart (ideal: Dampfgarer). Getreide sollte Vollgetreide sein, d.h. Vollkornbrot aus frischgemahlenem Getreide, Getreide gekocht, angekeimt oder als Frischkorngericht, in der Menge den Leistungen des Verdauungssystems entsprechend. Naturbelassene Fette, Kräuter, Wildkräuter und Gewürze sollten dazugehören.

Meiden sollte man Auszugsmehlprodukte, Fabrikzucker, raffinierte Fette, Margarinen und Öle und alle künstlichen Zusatzstoffe.

Ganz einfach, oder?

Schauen wir uns Gebiß und Verdauungssystem verschiedener Tiere an, können wir folgendes feststellen:

Fleischesser ( z.B. Löwen und Katzen) haben unentwickelte Schneidezähne, zum Teil ausgeprägte Eckzähne und spitze Backenzähne mit Lücken dazwischen, einen einfachen runden Magen und glatten Grimmdarm, die Länge der Eingeweide beträgt das dreifache der Körperlänge. Sie leben von Fleisch.

Allesesser (z.B. Schwein und Hyänen) haben stark entwickelte Schneidezähne und faltenförmige Backenzähne mit Spitzen und Höckern, einen einfachen runden Magen mit großem Blindsack, der Grimmdarm ist glatt und faltig, die Eingeweidelänge beträgt das zehnfache der Körperlänge. Sie leben von Fleisch, Aas und Pflanzen.

Grasesser (z.B.  Rinder und Pferde) haben sehr stark entwickelte Schneidezähne und oft oben fehlende Eckzähne. Wiederkäuer besitzen einen mehrfachen Magen und die Länge der Eingeweide beträgt die zehn- bis fünfundzwanzigfache Körperlänge. Sie leben von Gras, Kräutern und anderen Pflanzen.

Fruchtesser (z.B. Gorilla und Orang Utan)  haben starke Schneidezähne und stumpfe Backenzähne, einen Magen mit Zwölffingerdarm, einen zellenförmigen Grimmdarm und die Eingeweidelänge beträgt das zwölffache der Körperlänge. Außerdem besitzen sie nach vorne gerichtete Augen, sind mehr oder weniger zum aufrechten Gang fähig, die Vorderfüße sind als Hände mit Fingernägeln ausgebildet. Sie leben von Früchten, Nüssen, Kräutern und Blättern.

Vergleichen wir nun unser menschliches Verdauungssystem mit dem der oben beschriebenen Tierarten, so können wir feststellen, dass wir die allergrößte Ähnlichkeit mit den sog. Frugivoren, den Früchteessern haben! Und tatsächlich sind wir in der Lage, uns genauso wir Menschenaffen zu ernähren und dabei leistungsfähig und gesund zu bleiben oder auch wieder zu werden. Aufgrund der enorm großen Anpassungsfähigkeit des Menschen ist es uns gelungen, sowohl Fleisch und Milch in größeren Mengen als auch erhitzte Nahrung erfolgreich in unseren Kostplan aufzunehmen und daraus sogar Überlebensvorteile zu ziehen. Aber schaut man sich die heutigen ernährungsbedingten Krankheiten an, drängt sich der Eindruck auf, das wir es mit dem Essen irgendwo übertrieben haben. Viele der heutigen Krankheiten wurden erst zu Volkskrankheiten, als die raffinierten Kohlenhydrate (Zucker und Auszugsmehl) von der Ausnahme zu Hauptnahrungsmitteln wurden und unsere Lebensmittel später mit etlichen Zusatzstoffen versetzt und stark verarbeitet wurden. Als man die Grundnährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate entdeckte und lernte, Kalorien zu zählen, hielt man zunächst alle Vitalstoffe wie Mineralien, Vitamine und Enzyme für überflüssig. Erst viel später entdeckte man nach und nach  die Wichtigkeit dieser Stoffe. Sie können aber nur optimal im natürlichen Verbund , im lebendigen Lebensmittel, wirken und sollten nur in Ausnahmefällen in der Therapie isoliert gegeben werden. Unsere heutigen Krankheiten sind zum großen Teil u.a. Vitalstoffmangelkrankheiten!

Auch heute gilt noch: Laßt eure Nahrung so natürlich wie möglich! (Kollath)

 

Im folgenden stelle ich kurz einige bewährte Kostformen vor, wobei niemand entweder-oder essen muß, sondern sich nach seinem Leitsatz: "Was tut mir gut? " das für sich passende raussuchen kann.

Vitalstoffreiche Vollwertkost

Zu ihrer Verbreitung hat besonders der Arzt Dr. med. Max Otto Bruker beigetragen und sein Wissen in zahlreichen Büchern dargelegt. Er hat erkannt, dass der Vitalstoffmangel der raffinierten Kohlenhydrate, die einen großen Teil unserer täglichen Ernährung ausmachen, die Hauptursache ernährungsbedingter Krankheiten ist. Ebenso hat er Prof. Kollaths Erkenntnis umgesetzt, dass Eiweiß, und zwar tierisches und pflanzliches, durch Erhitzen seine natürliche Beschaffenheit verliert, es wird denaturiert. Deswegen muß täglich etwas unerhitztes Eiweiß in Form von Frischkost gegessen werden. Eine gesunderhaltende Ernährung läßt sich ganz kurz zusammenfassen:

Vier zu meidende Speisen:

1. Auszugsmehlprodukte. Vom vollen Korn wurden die Randschichten und der Keim und damit wichtige Vitalstoffe entfernt. Nahezu sämtliche Brote und sonstige Gebäcke bestehen aus Weißmehl (aus Weizen) oder Graumehl (aus Roggen) und haben in einer Vollwertkost nichts zu suchen!

2. Fabrikzucker. Dazu gehören nicht nur weißer und brauner Zucker, sondern auch Trauben- und Fruchtzucker sowie Zuckerkonzentrate wie zum Beispiel Dicksäfte.

3. raffinierte Fette. Dazu gehören z. B. Margarine und raffinierte Öle

4. für Verdauungsempfindliche: Säfte, gekochtes Obst, Trockenfrüchte.

Speisen, die täglich gegessen werden sollten:

1. Vollkornbrote

2. 3 EL Getreide in Form eines Frischkorngerichtes

3. Frischkostbeilage aus rohem Gemüse, Salat und Obst

4. naturbelassene Fette: unraffinierte, kaltgepreßte Öle, Butter und Sahne.

Bei bestimmten Erkrankungen ist die Vermeidung bzw. Einschränkung von Tiereiweiß empfehlenswert. Alle nicht erwähnten Speisen können genossen werden.

Das Rezept des Frischkorngerichts:

3 EL Getreide werden grob geschrotet, mit Wasser versetzt und einige Stunden stehengelassen. Dann werden Obst, kleingeschnitten oder gerieben, Zitronensaft, 1 EL Sahne und Nüsse hinzugefügt.

Mein Kommentar: Diese Art Ernährung läßt sich in Alltag und Familie gut durchführen. Auch sehr viele andere Ansätze von gesunder Ernährung lassen sich mit der vitalstoffreichen Vollwertkost unter einen Hut bringen. Meiner Erfahrung nach essen allerdings viele Menschen, die sich nach Bruker ernähren, zu viel Getreide und zu viele Milchprodukte und vernachlässigen den Gemüse- und Frischkostanteil.

Weitere Informationen: www.emu-verlag.de

 

Öl-Eiweiss-Kost nach Dr. Johanna Budwig

Frau Dr. Budwig war u.a. in der Fettforschung tätig und hat den immensen Wert naturbelassener Fette und hier besonders des Leinöls und die Schädlichkeit der üblichen Fette erkannt. Besonders in der Krebsernährung hat sie enorme Erfoge gehabt.

Sie empfiehlt morgens und abends ein Glas Sauerkrautsaft, im Laufe des Tages frisch gepresste Gemüse- und Obstsäfte. Zentraler Bestandteil der Kost ist ihre berühmte Quark-Leinöl- Mischung, die sowohl zum Frühstück als auch herzhaft zum Mittag- und Abendessen zubereitet werden kann. Die Mittagsmahlzeit sollte fleischlos sein, vor der warmen Mahlzeit wird eine Rohkostplatte genossen. Reis, Buchweizen, Hirse oder Haferflocken werden häufig verwendet. Zucker ist tabu, zum Süßen wird nur Honig verwendet.

Das Budwig-Müsli zum Frühstück:

2 EL Linomel oder frisch gemahlener Leinsamen, frische Früchte und Beeren, Nüsse, evtl. Fruchtsaft. Darüber kommt die Quark-Leinöl-Creme: 1 TL Honig, 3 EL Milch, 3 EL Leinöl, 100 g Speisequark werden sorgfältig miteinander vermischt.

Mein Kommentar: eine leckere Art, gesund zu genießen! Für Allergiker und Rheumatiker, die häufig ein Problem mit der Milch haben, nicht so gut geeignet, evtl. wäre Ziegenquark günstiger, ist aber schwer zu bekommen. Auch hier gilt: erst muß das Verdauungssystem wiederaufgebaut werden, um all die leckeren Köstlichkeiten überhaupt verdauen zu können. Leinöl sollte frisch gepreßt sein (ca. 3 Monate haltbar) und nicht ranzig schmecken.

Weitere Informationen: www.oel-eiweiss-kost.de

 

Ur-Kost nach Franz Konz

Die Königin der Ernährung! Franz Konz ist von der Überlegung ausgegangen, was die Urmenschen wohl gegessen haben könnten, die in den Tropen wohnten, noch keine Möglichkeit hatten, Feuer zu machen und für die Ernährung zu nutzen und noch keine Werkzeuge benutzen konnten. Sie mußten also essen, was sie fanden und mit ihren Händen und Zähnen bearbeiten konnten. Nach einer Fastenzeit (Erdfasten) und eventuellen Darmreinigung gibt es Früchte, hier bevorzugt Tropenfrüchte, mindestens 20 % Wildkräuter und Gemüse und Samen, alles im frischen und rohen Zustand. Neben der Ernährung gehört ein strammes Bewegungsprogramm dazu.

Mein Kommentar: Genial! Mit der Urkost erreicht man ein Wohlbefinden und einen Gesundheitszustand, auf den man bei anderen Heilverfahren lange warten kann. Man kommt raus in die Natur und muß sich einen guten Teil seiner Ernährung selber zusammensuchen. Tropenfrüchte (gibts in Bio-Qualität von verschiedenen Tropenfrucht-Versendern) sind ziemlich teuer, aber man sollte mal zusammenzählen, wieviel Geld man spart, wenn man auf die üblichen krankmachenden Ernährungsfreuden verzichtet. Im Winter wirds mit den Wildkräutern schwierig, und nur mit Früchten und rohem Gemüse stimmt der Wärmehaushalt nicht mehr, man fängt sehr leicht an zu frieren. Wie bei allen Ernährungsarten, die nicht dem Durchschnitt entsprechen, eckt man mit der Urkost besonders häufig an, man muß also lernen, mit den Kommentaren der lieben Mitmenschen um zu gehen. Von Mitte April bis Mitte Oktober ist die Urkost gut durchführbar. Wenigstens sollte man versuchen, die Wildkräuter in seine Ernährung mit aufzunehmen! Hier gilt ganz besonders: Gut kauen!  Bei Problemen im Verdauungsbereich kann man aber auch die ganze Urkost absolut urzeitungemäß in einem leistungsfähigen Mixer zerkleinern.

Weitere Informationen: www.urkostmitbrigitte.de

 

Ernährung nach den 5 Elementen

Die Ernährung fügt sich nahtlos in die Therapien der chinesischen Medizin ein. Erst wenn Ernährung und Lebensführung zum Gesundwerden nicht mehr ausreichen, kommen die anderen Therapiemöglichkeiten zum Zuge. Die alten Chinesen haben, ähnlich wie unsere Vorfahren, weder Kalorien noch Vitalstoffe gezählt, sondern ihre Mahlzeiten gemäß der Zuordnung der Lebensmittel nach den 5 Elementen und, ganz wichtig, ihrer thermischen Wirkung, zubereitet. Wichtig ist das Qi der Nahrung, und das ist in frischen reifen Produkten der Jahreszeit am höchsten! Qi geht mit industriellen Verarbeitungsmethoden, aber auch beim Tiefgefrieren und in der Mikrowelle, zunehmend verloren. Damit haben wir eine Erklärung , warum zum Beispiel Mikrowellenkost auf den Körper so ungünstig wirkt, obwohl noch viele Vitamine vorhanden sind.

Wir müssen nun aber nicht chinesisch kochen, sondern eigentlich nur "ganz normal". Wer ganz perfekt sein will, steckt die Zutaten in der Reihenfolge ihrer Elementezugehörigleit in den Kochtopf. Alle 5 Elemente sollten in einer Mahlzeit vorhanden sein. Dafür gibt es Tabellen, die man in der Küche aufhängen kann und verschiedene Kochbücher. Schaut man sich die Rezepte unserer Großmütter an, entsprechen viele auch den Kriterien der chinesischen Medizin, ebenso wie die Ernährungsempfehlungen der heiligen Hildegard von Bingen. Die Erhöhung des Qi beim Kochen ist eine Erklärung dafür, warum die Menschheit auf der ganzen Erde auf die Idee gekommen ist, das Feuer zu nutzen und die Nahrung zu erhitzen.

In der TCM wird kein Nahrungsmittel ausgeschlossen, alle haben ihren Platz und werden ihrer energetischen Wirkung gemäß eingesetzt. Dabei hat das ständig erkältete Kleinkind andere Bedürfnisse als seine Oma in den Wechseljahren. Die ständig frierende Mama braucht was anderes zu essen als der Vater, der körperlich arbeitet, oder der Onkel, der seine Tage im Büro und vorm Fernseher verbringt. Auch die stark übergewichtige Tante muß sich anders ernähren als der große Bruder, der sich in der Schule nicht konzentrieren kann.

Dem Holzelement werden Nahrungsmittel zugeordnet, die einen sauren Geschmack haben, aber auch die, die eine Wirkung auf Leber und Galle haben, die ebenfalls dem Holzelement zugeordnet werden. Dazu gehören zum Beispiel Dinkel, Hühnerfleisch, saures Obst, Sauermilchprodukte und grüne Kräuter. Bei manchen Lebensmitteln ist eine absolut eindeutige Einteilung nicht möglich und nicht sinnvoll, beispielweise gehört Getreide auch immer zum Erdelement. Einem gereizten, zornigen Menschen helfen zum Beispiel sauer-erfrischenden Nahrungsmittel, die Energie wieder nach unten zu lenken und damit zu normalisieren. Hier steckt eine Erklärung drin, warum manche Menschen mit Urkost(s.o.) so gut zurechtkommen, andere wiederum gar nicht.Urköstler sind häufig Menschen, die sehr von einer Entlastung der Leberenergie profitieren. Hier steckt auch der Sinn unserer Frühjahrskuren. Das Frühjahr ist dem Holzelement zugeordnet und im Frühjahr tut eine Leberentlastung über die Ernährung besonders gut.

Zum Feuerelement gehören der bittere Geschmack, unsere Organe Herz und Dünndarm und als Jahreszeit der Sommer. Nahrungsmittel, die dem Feuerelement zugeordnet sind, sind zum Beispiel gegrilltes Fleisch, Schafkäse, bestimmte Gewürze, Endiviensalat und Kaffee. Hier haben wir eine Erklärung für die ungünstige Wirkung von Kaffee im Übermaß: die austrocknende Wirkung erschöpft die Säfte des Herzens und das Blut, die Yang-Energie des Herzens wird erhöht, gleichzeitig kommt das Yin des Herzens in einen Leerezustand. Dies alles führt zu Unruhe und Schlafstörungen.

Das wichtigste Element bezüglich unserer Ernährung ist das Erdelement. In unserer Mitte befinden sich Milz und Magen, die sozusagen die Drehscheibe des Verdauungssystems sind und damit wichtig für unser gesamte Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Zum Erdelement gehört die Geschmacksrichtung süß. Die meisten unserer Grundnahrungsmittel lassen sich hier einordnen, die nicht eindeutig zu einem anderen Element gehören wie zum Beispiel Getreide, Kartoffeln, Gemüse, Obst, Nüsse, Milch, Rindfleisch. Nahrungsmittel des Erdelements sollten den größten Anteil an unserer Ernährung haben, bei kleinen Kindern sogar fast ausschließlich. Sie sorgen dafür, dass das Qi von Milz und Magen stabil bleibt.

Isolierter Zucker ist süß und gehört auch zum Erdelement, er schwächt aber aufgrund seiner abkühlenden Wirkung das Qi der Milz, und je schwächer die Milz, desto stärker wird der Hunger auf weiteren Zucker und umso mehr Unverträglichkeiten können entstehen! Ein dermaßen geschwächtes Verdauungssystem wird häufig durch Milch und Milchprodukte weitebelastet, was zu ständig erkälteten Kindern und zu Übergewicht führt.  

Zum Metallelement gehört der scharfe Geschmack und die Organe Lunge und Dickdarm. Hierher gehören  die allermeisten scharfen Gewürze, Rettich, Wild und hochprozentiger Alkohol.Scharfe Nahrungsmittel wirken zerstreuend und können Energieblockaden durch Kälte auflösen (Ingwertee!). Aggressive und zu Schweißausbrüchen neigende Meschen sollten mit scharfen Sachen extrem sparsam, alle anderen sparsam umgehen.

 Zum Wasserelement gehören  der salzige Geschmack und unsere Organe Niere und Blase. Zu viel raffiniertes Salz sorgt allerdings für Wassereinlagerungen im Gewebe. Nahrungsmittel des Wasserelements sind Fisch, Schwein, Hülsenfrüchte und kaltes Wasser.

In der TCM ist ein warmes Frühstück wichtig. Man kann durchaus morgens gekochtes Gemüse essen oder einen gekochten Getreidebrei zubereiten. Es gilt: Je länger ein Nahrungsmittel gekocht wird, desto höher wird sein Qi. Auch unsere Großmütter haben ihre Suppe stundenlang gekocht.  Dabei gehen allerdings Vitalstoffe verloren. Man muß also im Einzelfall entscheiden, auf was man gerade größeren Wert legt oder ob man eher auf ein Frischkorngericht oder auf einen gekochten Brei Hunger hat.

Neben der Elementezugehörigkeit spielt die thermische Wirkung der Nahrungsmittel noch eine große Rolle. Es gibt die fünf Temperaturklassen kalt, erfrischend, neutral, warm und heiß. Das Kochen verändert den thermischen Zustand noch einmal. Menschen, denen ständig zu kalt ist, sollten zum Beispiel keine kalten Nahrungsmittel zu sich nehmen. Tomaten, Gurken und Eis gehören in den Sommer!Auch erfrischende Nahrungsmittel wie Salate, Früchte und Joghurt sollte man in größeren Mengen eher in der warmen Jahreszeit genießen. Neutrale Nahrungsmittel sollten den Hauptbestandteil der Ernährung ausmachen. Fast alle Getreide und Gemüse gehören dazu. Warme Nahrungsmittel sollten den Speiseplan im Winter ergänzen, wie zum Beispiel Zwiebeln, Hafer, Fenchel und reifer Käse. Heisse Nahrungsmittel gleichen Kälte aus und unterstützen die Abwehr. Menschen mit Hitzesymptomen sollten mit heissen Nahrunsmitteln wie Chili oder gegrilltem Fleisch extrem sparsam umgehen.

Auch in der chinesischen Medizin gilt also: Nahrung ist die beste Medizin! Kranke Menschen sollten also durchaus eine Zeitlang sehr individuell essen, bei zunehmender Gesundheit nähert sich die Ernährung einer mittleren Position an und unsere oben vorgestellten  Familienmitglieder können wieder alle aus einem Topf essen!  

Empfehlenswert zur Fünf-Elemente-Ernährung sind z.B. die Bücher von Barbara Temelie: www.barbaratemelie.de

 

Fasten

In Bearbeitung!

 

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